Kleine Insel-Paradiese PDF Drucken E-Mail

Wo Pink Floyd auf die Pauke haute

Ibiza, Malta und Madeira kennt jeder. Eher unbekannt die kleinen Nachbarinseln – eine schöner als die andere: Formentera, Comin und Porto Santo – drei Inseln, die fast noch Geheimtipps sind.

Formentera: Der Hippiestrand wird erwachsen

Entdeckt haben die Hippies die 20 Kilometer vor Ibiza liegende Insel – zumindest für den internationalen Tourismus. In den sechziger und siebziger Jahren kamen Scharen von „Blumenkindern“, in ihrem Gefolge die Musiker von Pink Floyd und King Crimson. Heute hingegen tanken Prominente wie Star-Designer Philippe Starck dort Kraft – aber auch viele andere Leute aus der Wirtschaft und Industrie. Gehalten haben sich aus der Anfangszeit zum Beispiel der Hippiemarkt, der jeden Sonntag in Pilar Besucher aus aller Welt anzieht und die Kultkneipe Fonda Pepe.

Seither wuchs der Tourismus auf Formentera beständig, ohne das Aufkommen von Ibiza oder gar Mallorca zu erreichen. Die meisten Strände sind nicht verbaut, Hotelanlagen konzentrieren sich an zwei Orten, in Es Pujols und an der Platja de Mitjorn. Ein Grund für das Ausbleiben der ganz großen Massen: Ibizas kleine Schwester ist nur per Fähre zu erreichen. Die Überfahrt von Ibiza Stadt nach La Saviba dauert 30 Minuten und kostet 20 Euro. Fahrplan unter www.balearia.com.

Formentera ist nur 19 Kilometer lang und höchstens sechs Kilometer breit. Alle attraktiven Plätze der Insel, wie der Leuchtturm an der Ostspitze, sind bequem mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Sandstrände mit ihrem kristallklaren Wasser locken auf der Ibiza zugewandten Nordseite der Insel, der Süden ist felsiger und teilweise ein Naturschutzgebiet. Beliebter Treff am Abend ist das Restaurant Mirado auf der Klippe von La Mola. Weitere Infos gibt es unter www.illesbalears.es.

Comin: Wo der Kümmel wächst

Zwischen Malta und der Nachbarinsel Gozo ragt ein drei Quadratkilometer großes Plateau gerade einmal 20 Meter hoch aus dem Wasser. Wie ihre große Schwester ist Comin (vom maltesischen Wort für Kemmuna wie Kümmel) kein Badeparadies, sondern eine eher spröde Schönheit. Die Küste fällt fast um die ganze Insel steil und felsig ab. Der Reiz: In den Klippen gibt es zahlreiche Höhlen. Ein Grund, weshalb das Eiland bis zum 16. Jahrhundert ein beliebter Zufluchtsort für Piraten war. Weniger ruhmreich: Später diente Comin als Gefängnisinsel und unter den Briten als Quarantänestation.

Heute heißt immerhin ein Hotel, das Comino Hotel, Gäste willkommen. Hotelbar und Hotelrestaurant sind die einzigen Plätz zum Einkehren auf der Insel. Die Fährschiffe aus Mġarr auf Gozo und Ċirkewwa auf Malta legen im Abstand von 45 Minuten täglich zwischen 9 und 17 Uhr an. Preis: zehn Euro, für Hotelgäste kostenlos. Comin ist zudem beliebtes Ziel von Ausflugsbooten aus dem maltesischen Badeort Sliema. Allgemeine Auskünfte unter www.visitmalta.com, Hotel-Infos unter www.cominohotels.com.

Porto Santo: Kolumbus kam zum Heiraten

Die Insel liegt 43 Kilometer vor Madeira. Bereits 1418 besiedelten portugiesische Seefahrer Porto Santo – und damit etwas früher als die sehr viel größere Nachbarinsel. Prominentester Gast war im 15. Jahrhundert Christoph Kolumbus. Der später berühmte Seefahrer heiratete die Tochter des Gouveneurs und lebte einige Jahr auf Porto Santo. Ob er in dieser Zeit die Idee bekam, westwärts nach Indien zu segeln, ist nicht bekannt. Aber das Haus, in dem er vermutlich wohnte, steht noch und beherbergt ein Museum.

Heutzutage ist die Insel weniger Reise- als vielmehr ein Ausflugsziel. Wochenends unternehmen zahlreiche Einheimische den Zwei-Stunden-Trip ab Funchal nach Porto Santo (Fahrpreis: 61,80 Euro hin und zurück), um am neun Kilometer langen Sandstrand – dergleichen findet man auf Madeira nicht - auszuspannen. Wanderer erfreuen sich am Ausblick, den der 517 Meter hohe Pico de Facho über die gesamte Insel – sie ist elf Kilometer lang und sechs Kilometer breit – bietet. Abends geht es auf der Kneipenmeile entlang der Rua Joao Goncalves Zarco hoch her. Zu Samba-Abenden mit Verdelho, dem lokalen Weißwein, trifft man sich in der Bar Tia Maris in Campo de Baixo und im Restaurant Estrele do Norte in Camacha. Beliebt ist auch die Bar des Pestana Santo Beach Resort. Weitere Infos zur Insel www.madeiraislands.travel, zum Pestana Resort unter www.pestana-porto-santo.com und über Fähren informiert www.portosantoline.pt.