Thailand: Cocktail statt Bier PDF Drucken E-Mail

Pattayas Partys werden leiser

Thailand Touristenhochburg wandelt sich: Einst Südostasiens Zentrum für billiges Vergnügen, punktet Pattaya nun als Seebad mit Stil.

Thailands Metropole des Lasters vertreibt ihr liederliches Image – mit schicken Hotels, Wellnessoasen und attraktiven Sportanlagen.

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Die Stadt kennt viele Farben. Türkisblaues Meer, schneeweißen Strand und sattgrüne Palmen. Und das rote Licht der Nachtclubs und Bars. Das soll jetzt anders werden.

Internationale Hotelketten und ausländische Investoren setzen alles daran, die frühere Lasterhöhle zu einem Ort für Luxustouristen umzuformen. Mit Wellness, Golfplätzen und Freizeitparks.

Neue Hotelanlagen für die gehobene Klientel entstehen. Designerdomizile wie das DusitD2 in der Second Road bieten Cocktails statt Bier – und Luxuszimmer statt Absteigen für geräuschvolle Ferientage. Auch das Ambassador City Resort am nahe gelegenen Jomtien Beach mit seinen mehr als 4200 Zimmern - die meisten davon im gehobenen Segment – ist ein Vorzeigeobjekt.

Dass der Wechsel klappt, ist bitter nötig – noch immer leidet Pattaya unter seinem Ruf, den ihm das Gros der jährlich über sechs Millionen Touristen einbrachte. Viele suchten in der Küstenstadt vor allem eines: Suff und Spaß.

Denn das ist günstig zu haben. Die Zimmerpreise für Billigquartiere beginnen bei drei Euro pro Nacht, Snacks in Imbiss-Bu den sind noch billiger.

Die Anfänge der 100 000-Einwohner-Stadt liegen in den 60er Jahren, als Heere von amerikanischen GIs von der Front in Vietnam zum Urlaubsmachen anrückten. Schnell mischten sich neue Hotels und Bars zwischen die Fischerhütten – vor allem aber hatten die Hostessen zu tun.

Nach dem Krieg verschwanden die Amerikaner, aber eines blieb: Der Ruf von Pattaya als Partyhochburg Thailands. Der lockte neben den Hauptstädtern aus dem 160 Kilometer entfernten Bangkok besonders männliche Touristen aus aller Welt an.

Das auf die Zukunft gerichtete Angebot zielt nun auf eine neue Kundschaft: Paare und Familien. Der Freizeitpark Mini-Siam etwa bietet berühmte Bauwerke im Bonsai-Format, ein Elefantendorf lockt mit Reitausflügen und im Spaßbad Pattaya Park können auch die Kleinsten munter plantschen.

Auch Golfer finden ihr Terrain - 20 Anlagen warten in der Umgebung – oder Taucher, die auf eine grandiose Unterwasserwelt stoßen. Und dann gibt es noch die vergleichsweise ruhigen vor gelagerten Inseln Ko Chang, Ko Lan und Ko Phai.

Pattaya steht auch für Wellnesstempel und die dort angebotenen entspannenden Massagen. Doch noch immer eben auch für das Wummern des Techno-Beats, den die örtlichen Discos über den Strand schallen. Zwar ist der Wandel in vollem Gange – aber längst noch nicht abgeschlossen.