Städtereisen: Paris neu entdecken PDF Drucken E-Mail

Mal wieder an die Seine

Paris im Frühjahr: Anregend, aufregend, einfach schön. Acht Top-Tipps für einen Besuch der Super-Metropole.

Der Eiffelturm wird 120 Jahre alt – natürlich ein Grund, Paris zu besuchen. Ein anderer: Es ist Frühjahr – die beste Jahreszeit für einen Besuch. Acht ungewöhnliche Touren durch die Lieblingsstadt Millionen Deutscher.

Radeln: Strampeln mit Genuss

Nicht nur die Pariser entdecken den guten alten Drahtesel wieder. Zunehmend schwingen sich auch Touristen in den Sattel, um Paris aus einer anderen Perspektive zu entdecken – vom Fahrrad aus. Der Anbieter „Paris à vélo c’est sympa“ hat gleich vier geführte Touren im Programm: „Das Herz von Paris“, „Ungewöhnliches Paris“, „Paris der Kontraste“ sowie die Morgen-Tour um sechs Uhr – „Paris erwacht“.
Mehr Infos unter www.parisvelosympa.com.

Bummeln: Auf den Spuren Mitterands

Zwölf Jahre sind seit dem Tod des französischen Präsidenten Francois Mitterand vergangen. Der Sozialist war in seiner Stadt gerne zu Fuß unterwegs – den „Spaziergänger von Paris“ nannte man ihn deshalb auch. Paris hat ihm zu Ehren einen Spazierweg eröffnet, der zu zehn Orten führt, an denen sich Mitterand gerne aufhielt: der Louvre ist ebenso dabei wie die Buchverkaufsstände an der Seine oder das Panthéon. Die Informationstafeln am Wegesrand erzählen etwas über den jeweiligen Ort und erinnern an den ehemaligen Präsidenten.

Boheme: Breton lässt grüßen

Das Paris der Boheme gehört zwar der Vergangenheit an. Doch noch immer finden sich Spuren von Rodin und Picasso, Breton und Sartre – und vielerorts auch ein Hauch Atmosphäre der damaligen Zeit. Etwa in den legendären Brasserien und Cafés am Boulevard Montparnasse, wo Hemingway und Cocteau über ihren Manuskripten saßen, oder in den Gärten des Observatoire. Und natürlich in Saint-Germain-des-Prés, nach wie vor bevorzugtes Quartier vieler Intellektueller und Künstler. Auch in Montmartre an der Place du Tertre scheint die Zeit still zu stehen: noch immer greifen die Maler dort zum Pinsel - wie eh und je.

Shopping: Lafayette, Printemps, Marais

Cafe au lait und Croissant, und danach hinunter zur Madeleine mit ihren schicken Geschäften - und der Betriebsamkeit der großen Pariser Boulevards: Kenner fangen so gerne einen Ferientag in Paris an. Gleich um die Ecke warten die prächtigen Pariser Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps – nicht weit ist es auch zur Champs-Elysées, deren Schaufenster vor allem junge Frauen fast süchtig machen. Das Kontrastprogramm findet sich – nur wenige Metro-Minuten weiter - im Marais: Dort laden viele kleine Designerläden und Antiquariate zum Stöbern.

Flohmärkte: Masken und Klamotten

Auf den bunten Märkten von Paris schlägt das kosmopolitische und exotische Herz der Stadt. Die „Puces de Saint-Ouen“ am Nordrand von Paris ist die Mutter aller „Marchés“. Gebrauchte Klamotten und falsche Markenuhren findet man hier ebenso wie afrikanische Masken und edle Salontische aus der Kolonialzeit. Auf dem „Marché d’Aligre“ hinter der Bastille-Oper quellen die Auslagen über mit Oliven, Feigen und exotischen Gewürzen. Wer seltene Briefmarken sucht, stöbert auf dem Markt an der Avenue Gabriel. Die Märkte auf der Ile de la Cité und dem Place Louis-Lépine ziehen dagegen Blumenfreunde an, während Büchersammler bei den Bouquinisten am Seine-Ufer fündig werden.

Passagen: Kuppeln und Spitzbögen

Sie warten abseits der großen Attraktionen: Die überdachten Passagen aus dem 19. Jahrhundert mit dem Charme vergangener Zeiten. Besonders attraktiv ist die „Passage Jouffroy“ am Boulevard Montmartre mit ihren Antiquariaten und exotischen Orientläden, aber auch die „Galerie Vivienne“ nahe der Börse lohnt einen Besuch: Unter dem Glasdach mit Kuppel und Spitzbögen finden sich viele kleine Restaurants und Teestuben. Unweit des Palais Royal gilt es die „Galerie Véro-Dodat“ zu entdecken - mit ihrem italienischen Bodenmosaik und den halbmondförmigen Fenstern. Insgesamt gibt es in der Stadt mehr als 150 Passagen, die ein durchdachtes Netzwerk bilden.

Museen: Balzac, Absinth und Puppen

In Paris gibt es nicht nur Touristenmagnete wie Louvre oder Centre Pompidou, sondern auch zahlreiche unbekannte Museen – die vielleicht noch reizvoller sind.

Wo Honoré de Balzac Zuflucht vor seinen Gläubigern suchte, widmet sich heute in der Rue Raynouard das „Maison de Balzac“ dem berühmten Schriftsteller, während im „Musée de la mode et du Costume“, untergebracht in einem prachtvollen Palais, Besucher Interessantes über die Geschichte der Mode erfahren. Top-Tipps sind auch das „Musée de la Magie“ – dort kann man sich ungestraft Illusionen hingeben – und bei Kindern das Puppenmuseum „Musée de la Poupée“. Freunde alkoholischer Getränke werden im Vorort Auvers-sur-Oise fündig – das dortige „Musée de l’Absinthe“ widmet sich dem grünen Schnaps, der früher die Hirne berühmter Künstler berauschte.

Wasserwege: Brücken und finstere Gewölbe

Eine ganz andere Perspektive auf die Stadt bietet sich vom Wasser aus. Denn Paris liegt nicht nur an der Seine – sondern ist auch von vielen Kanälen durchzogen. Vom Bassin de la Vilette legen mehrmals täglich Kähne mit Glasdach ab, um den Canal Saint-Martin zu erkunden. Die Boote gleiten auf dem Wasser durch das „alte Paris“ – entlang Jahrhunderte alter Baumbestände, unterqueren elegante Brücken oder verschwinden kurzzeitig in finsteren Gewölben. Auf dem Saint-Denis Canal dagegen reisen Besucher durch die jüngere Geschichte von Paris. Alte Industriearchitektur säumt die Ufer ebenso wie die „Cité des Sciences“ und das „Stade de France“.
Mehr Infos unter www.canauxrama.com.